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Los geht's

Tod in der Savanne

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Nashörner gehören zu den letzten Großtierarten Afrikas, den "Big Five" des Kontinents. Ein Nashorn kann mehr als drei Tonnen wiegen. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es weltweit noch 500.000 Nashörner, von denen heute nicht einmal mehr 30.000 übrig sind.

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Das Nashorn hat nur einen Feind: den Menschen. Sie wollen das Horn. Und das ist tödlich für die Tiere.

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Seit 2007 steigt die
Abschussrate von
Nashörnern dramatisch.
Die meisten Tiere
werden im
Krüger-Nationalpark
in Südafrika getötet.
2015 waren es 1175. 

(WWF)

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In Südafrika gibt es heute noch rund 20.000 Nashörner. Das sind circa zwei Drittel des weltweiten Bestandes. Nur mit größtem Aufwand konnte in Südafrika die Tierart überhaupt ins 21. Jahrhundert gerettet werden. Aber vielleicht waren alle Mühen vergeblich, denn die Wilderei geht weiter.

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Der Krüger-Nationalpark ist etwa halb so groß wie die Schweiz und eines der letzten Refugien für afrikanische Nashörner. Die Bedrohung kommt von außen. Menschen siedeln direkt am Park. Viele sind arm, und Wilderei verspricht schnelles Geld.

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Der Kampf um die letzten Nashörner Afrikas wird immer gewalttätiger. Ranger treffen heute auf schwer bewaffnete Banden, die oft sofort schießen. Um sich zu schützen, wollen die Männer ihre Gesichter nicht zeigen.

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Viele Teile des Krüger-Parks sind sehr unübersichtlich, mehr Wald als offene Savanne. Wilderer können sich gut verstecken. Das erhöht die Gefahr für die Ranger. Normalerweise gehen diese in Zweiergruppen auf Patrouille, um sich gegenseitig zu sichern. Nur wenn unmittelbar Gefahr droht, werden stärkere Kräfte zusammengezogen. Die Außengrenzen des Parks werden besonders überwacht. Unterstützt werden die Ranger von Suchhunden, Hubschraubern und Flugzeugen.

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Viele Ranger leben in den Kleinstädten und Dörfern außerhalb des Nationalparks. Dort wohnen oft aber auch die Wilderer und deren Mittelsmänner. Das gefährdet die Ranger und ihre Familien zusätzlich.

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Ranger, Antiwildereieinheit Krüger-Nationalpark

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Der Funkraum des Hauptquartiers ist die Zentrale bei der Jagd auf Wilderer. Stoßen die Suchtrupps auf Verdächtige, werden von hier weitere Kräfte losgeschickt. Um im Falle eines Gefechtes schnell vor Ort zu sein, stehen auf dem eigenen Flugplatz auch Hubschrauber zur Verfügung.

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Schwer bewacht lagern an einem geheimen Ort Hunderte beschlagnahmte Hörner von Nashörnern und Stoßzähne von Elefanten. Millionenwerte und Mahnmal eines sinnlosen Abschlachtens zugleich.

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Die Arbeit der Ranger ist gefährlicher geworden.

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In den letzten zehn Jahren sind weltweit bereits mehr als 1000 Ranger im Dienst getötet worden. Über einhundert allein 2015. Die meisten von ihnen wurden von Wilderern ermordet.

(International Ranger Federation)

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Wilderer töten Nashörner nur wegen ihres Horns. Der Rest des Tieres bleibt in der Wildnis zurück.

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Ein Kilo Nashorn bringt auf dem Schwarzmarkt in Asien bis zu 60.000 US-Dollar (53.000 Euro). Ein großes Horn wiegt zwischen 1,5 und 3 Kilogramm. Der Endverkäufer bekommt also leicht mehr als 100.000 US-Dollar dafür. Das Horn ist Statussymbol in Asien. Es wird gemahlen und zum Beispiel in teure Longdrinks gemixt. Ihm werden aber auch Wunderkräfte bei der Heilung von Krankheiten nachgesagt.

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Die Schmuggelroute für Nashorn aus dem Krüger-Park führt über Mosambiks Hauptstadt Maputo nach Asien. Zwei Tage nach dem Tod des Tieres ist die Ware oft schon auf dem Markt in Vietnam, einem der wichtigsten Abnehmerländer.

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Das Horn des Nashorns hat in Asien den Ruf einer Wunderdroge. Es soll Fieber senken, bei Masern, Schlaganfall oder sogar Krebs helfen und vieles mehr. Das Horn besteht nicht aus einem mystischen Wunderstoff, sondern aus Keratin, dem gleichen Material, aus dem auch Fingernägel sind.

Es ist medizinisch absolut wirkungslos.

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Haben Ranger ein totes Nashorn entdeckt, suchen Experten nach kleinsten Hinweisen auf die Täter.

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Vor einigen Tagen ist dieses Breitmaulnashorn von einem Wilderer getötet worden. Das Horn wurde vermutlich mit einem Beil ausgebrochen. Seitdem liegt der Kadaver in der Sonne. Geier haben bereits am Tier gefressen. Hier nach Hinweisen auf die Täter zu suchen, ist kein Vergnügen. Die Luft ist verpestet vom Gestank der Verwesung.

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Ein Kadaver wird innerhalb kürzester Zeit von Fliegen gefunden. Sie nutzen das tote Tier als millionenfache Kinderstube und begleiten die Arbeit der Forensiker mit allgegenwärtigem Summen.

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Frick Rossouw, Forensikexperte

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Die Suche nach Hinweisen auf die Täter ist nichts für zarte Gemüter. Das Team muss sich durch mehrere Tonnen langsam verwesendes Fleisch wühlen, um die Kugel des Wilderers zu finden.  

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Bella Khoza, Ermittlerin SANParks

Seit knapp zwei Jahren im Team

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Nashornhaut ist mehrere Zentimeter dick. Ohne scharfe und stabile Messer geht nichts, denn zu Beginn hilft nur ein beherzter erster Schnitt.

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Der Gestank ist oft kaum zu ertragen und hängt noch Stunden danach an der Kleidung.

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In den Bäumen nahe des Untersuchungsortes warten die Geier geduldig darauf, dass das Forensik-Team wieder abzieht. Dann beginnt ein Festmahl.

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Die Ermittler suchen die Stelle, von der aus das Nashorn erschossen wurde.

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Irgendwo im Gras finden die Ranger eine leere Patronenhülse. Der Wilderer hatte nachgeladen, um ein zweites Nashorn zu erschießen. Beide Tiere liegen nur wenige Meter voneinander entfernt.

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Regionalgericht Skukuza, Krüger-Nationalpark. Hier finden Prozesse gegen Wilderer statt. Es gibt mehrere Hundert Fälle pro Jahr. Die Strafen sind drakonisch: 20, 30 Jahre Gefängnis. Freisprüche gibt es hier so gut wie keine.

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Die meisten Wilderer sind jung und männlich. Sie erhoffen sich schnellen Wohlstand aus der illegalen Jagd. Kriminelle Syndikate rekrutieren immer wieder junge Männer mit dem Versprechen auf viel Geld. Auf viele wartet aber das Gefängnis. Zwischen Januar und August 2016 sind in Südafrika 414 Personen wegen Wilderei festgenommen worden. 177 davon im Krüger-Nationalpark. Die südafrikanische Justiz ist mit ihnen nicht zimperlich. Wilderei gilt als Schwerverbrechen.

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Ansie Venter, Staatsanwältin

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Sein Schuss auf ein Nashorn bedeutet für den Mann auf der Anklagebank ein halbes Leben hinter Gittern. Rund 500 US-Dollar wären der Lohn gewesen, den Mittelsmänner für das Horn bezahlt hätten. 




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Jeden Mittwoch wird am Gerichtshof in Skukuza verhandelt.

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Für die Männer endet hier ihr Leben in Freiheit für Jahre oder Jahrzehnte. Viele sind aus wirtschaftlicher Not zu Wilderern geworden. Die Syndikate suchen gezielt nach ihnen. Die jungen Männer sind Täter und Opfer zugleich.









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Zurück bleiben die Familien der verurteilten Wilderer. Ihr Los ist bitter. Ohne Einkommen blicken sie einer unsicheren Zukunft entgegen. Die kriminellen Syndikate lassen sie sofort fallen, wenn ein Wilderer gefasst oder getötet wurde.

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Nicht nur die Nashörner sind vom Aussterben bedroht. Auch die Elefanten Afrikas verschwinden. Schuld ist die Gier nach Elfenbein. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es noch deutlich über eine Million Elefanten. Davon sind 2016 nur noch gut 352.000 übrig geblieben. In zehn Jahren werden wahrscheinlich nur noch rund 160.000 Elefanten frei in Afrika leben … und danach?

(Great Elephant Census)

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Wenn der Wilderei kein Einhalt geboten wird, sind spätestens Mitte des 21. Jahrhunderts alle wildlebenden Nashörner und Elefanten auf der Welt ausgerottet.

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Den Rangern gewidmet, die ihr Leben dafür einsetzen, die Natur unserer Erde zu schützen.

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Eine Netzdokumentation von Jürgen Schneider

Kamera / Ton:
Henner Frankenfeld

Fotos:
Henner Frankenfeld,
Boris Geilert, Jürgen Schneider

Schnitt:
Benno Frevert

Redaktion:
Global Ideas

Leitung:
Manuela Kasper-Claridge

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South African National Parks (SANParks)

World Wide Fund For Nature (WWF)

International Ranger Federation (IRF)


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