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Los geht's

Die Balkanroute

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Hunderte Kilometer Stacheldraht und Mauern wurden in den vergangenen Monaten errichtet.

Schnell und gründlich.

Alle Schlupflöcher wurden gestopft. Die sogenannte Balkanroute - der wichtigste Weg nach Westeuropa - wurde komplett abgeriegelt.

Aber was ist mit den Tausenden von Menschen passiert, die auf dem Weg steckengeblieben sind? Wer sind sie? Worauf warten sie?

Eine Reise an den Grenzen des Balkans.

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Die Flüchtlingseinrichtungen - überfüllt. Menschen haben in Parks geschlafen, Schlange gestanden - Tag und Nacht. Bilder aus 2015.

Damals schienen Europas Politiker unvorbereitet - gar unwillig - zu handeln.

Und wie sieht es heute aus?


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Rezard sitzt vor seinem Zelt in Nordserbien. Er raucht - eine Zigarette nach der anderen. Die Gedanken schweifen um sein Leben.

Ungarn ist nur ein paar Kilometer von ihm entfernt. Und trotzdem unerreichbar. Nur 30 Personen dürfen die Grenze täglich legal passieren. Die Liste aber ist lang, sehr lang.

Rezards Name ist auf der Liste. Mit einer dreistelligen Nummer.

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Hier in dieser Flüchtlingsunterkunft in Subotica wartet Rezard auf seine Zukunft.

Er weiß, dass er hier überwintern muss. In einem der Zelte, in der hintersten Reihe.

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Rezard gehört der religiösen Minderheit Ahmadiyya in Pakistan an. Er ist Muslim, aber darf sich als solcher nicht bezeichnen.

Ahmadiyya Gläubige haben keine Kirchen, kein Recht auf Begräbnis, keine Möglichkeit ihre Religion frei auszuüben. Seine zwei Brüder wurden ermordet.

Zusammen mit seiner Frau entschied sich Rezard, diesem Schicksal zu entfliehen. Nach sieben Monaten erreichte er Subotica - dort wartete auf ihn ein sehr besonderes Geschenk.

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"Eine irakische Familie hat mir dieses Fahrrad gegeben. Sie haben es über die Grenze nach Ungarn geschafft. Ich bin ihnen sehr dankbar dafür. Mit dem Fahrrad kann ich jetzt aus der Unterkunft hier rauskommen, frische Luft atmen, mich frei fühlen."

Rezad ist der einzige in der Unterkunft mit einem Fahrrad. Nachts schließt er es ab. Es steht direkt neben seinem Zelt. Er kümmert sich sorgfältig darum.

Aber es ist nur eine Frage der Zeit. Sobald er die Erlaubnis erhalten hat, nach Westeuropa weiter zu gehen, wird er es jemand anderem schenken.


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Kinderspiele

Alltag an der serbisch-ungarischen Grenze

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Das ist Idriz aus Afghanistan.
Sechs Jahre alt.

Der Junge kennt nicht die Worte des Liedes aus seiner Kindheit, aber die Melodie.

Erinnerungen an Zuhause.

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Mehr als 30 Millionen Kinder sind weltweit auf der Flucht.

Siebzig davon leben hier, in Horgos 2, in einem illegalen Lager in Serbien unmittelbar an der Grenze zu Ungarn.

Es ist Sonntag Abend. Die Sonne geht langsam unter. Sie spielen immer noch vor den Zelten.

Wie sie es auch morgen tun werden, und an dem Tag danach, und dem danach…

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In den Augen der Kinder sind die Flüchtlingsunterkünfte nur ein anderer Ort zum Spielen.

Für die Erwachsenen sind es ewige Wartezimmer.


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Alia Musli ist 19 Jahre alt.

Zusammen mit ihren Eltern und zwei Brüdern ist sie aus Syrien nach Europa geflüchtet.

Hier in Mazedonien, in einem Lager nahe der griechischen Grenze, hat sie Frieden gefunden, aber keine Freiheit.

Und keine Freiheit bedeutet für sie keine Zukunft.

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Warten im mazedonischen Flüchtlingslager

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Alia und die anderen haben nichts zu tun. Tag ein, Tag aus, das selbe. Einige füllen die Stunden, die Minuten, die Sekunden mit Gebeten. Mit Gebetsketten wiederholen die Muslime kurze Gebete, so genante dhikr oder auch zikr.

Genau 33 Mal am Tag.

Aber was wenn sie ihre Gebetsketten auf dem Weg nach Europa verlieren? Was wenn das Beten nach den Vorschriften ihrer Religion fast unmöglich wird in den Unterkünften?

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Beten in den Flüchtlingsheimen

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Flüchtlingsheim Krnjaca, nahe Belgrad

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Auch wenn sich die Zahl der Menschen hier verringert hat, ihr Schicksal aber ist das selbe.

Letztes Jahr haben hier in diesem Flüchtlingsheim nahe Belgrad 600 Menschen gelebt. Heute sind es nur noch 220.

700.000 Flüchtlinge wurden 2015 in Serbien registriert. Nachdem die Balkanroute gesperrt wurde, kamen 100.000 dieses Jahr (bis September) nach Serbien.

Für die Mehrheit ist Serbien nur ein Zwischenstopp auf ihrem Weg nach Westeuropa.

Ein junger Mann in diesem Lager hat jedoch einen anderen Plan.

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Deutschland war Armans Traum.

Aber eine unerwartete Begegnung könnte ihn in Serbien bleiben lassen.

Um hier zu blieben, muss er jedoch eine große Herausforderung überwinden: die serbische Sprache.

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Arman lernt Serbisch

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Arman will in Serbien bleiben

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Eine helfende Hand, ein warmes Wort, eine nette Geste - Arman und andere Flüchtlinge brauchen das.

Der Weg nach Westeuropa ist mehrere Tausend Kilometer lang und könnte Monate, gar Jahre dauern.

Eine der größten Herausforderungen ist die Erfüllung der Grundbedürfnisse.

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Edits helfende Hand

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Es war nicht nur die Dusche, die eine syrische Familie in Edits Zuhause gefunden hat. Essen, Erholung, nette Worte - ein Gefühl von Zuhause.

Jetzt trennen sie 2000 km. Sie lebt in Serbien, die Familie ist nach Deutschland gegangen. Edit hat ihnen auch geholfen, die Grenze zu überqueren.

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Edit lehrt Ungarisch

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Einmal in Westeuropa angekommen bedeutet nicht, dass die Reise vorüber ist.

Die Familie Musa lebte 13 Jahre als Asylanwärter in Deutschland. Bis sie 2012 ins Kosovo abgeschoben wurde - in ein Land, das ihre Kinder nie gesehen haben. In ein Land, das sie nun Zuhause nennen sollen.

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Das Mädchen und ihre Geschwister sprechen kein Albanisch, und ihre Mitschüler sprechen weder Roma noch Deutsch.

Ohne gemeinsame Sprache ist ein gemeinsames Spielen kaum möglich. Im Gegenteil: Ausgrenzung und Ablehnung ist das, was sie erfahren.

Das Mädchen vermisst ihr Leben in Deutschland und hofft, dass sie sich hier „Zuhause“ fühlen wird - irgendwann mal.

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Das ist ein Ausbildungsprojekt der

DEUTSCHE WELLE AKADEMIE 
(Rayna Breuer, Sime Nedevski) 

finanziert vom 
BUNDESMINISTERIUM FÜR WIRTSCHAFTLICHE ZUSAMMENARBEIT UND ENTWICKLUNG (BMZ) 

in Zusammenarbeit mit jungen Journalistinnen und Journalisten aus Südosteuropa: 

RTV (Božidar Stojkov, Ivana Buš Jović)
RTS (Dušan Jemuović, Nemanja Milutinović)
RTCG (Igor Pejović, Bojana Milićević )
BHRT (Jasmin Đanko, Danijel Lepir) 
RTRS (Ljiljana Preradović, Aleksandar Batez)
RTK (Besart Galica, Marija Stanojković)
RTSH (Anisa Kadesha, Megi Mehilli)

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